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Europarat verlieh den Europapreis an Hünfeld und Landerneau - viele Gäste aus ganz Europa 23.10.2011

Was haben die Millionenstadt Kharkiv in der Ukraine, Ankara, Kattowitz, Nürnberg, Den Haag und Wien mit Hünfeld und Landerneau gemeinsam?
Diese Frage kann heute beantwortet werden: All diese Städte sind Preisträger des Europapreises, den seit 1955 insgesamt 67 Städte in ganz Europa erhalten haben.

Die offizielle Verleihung fand anlässlich des Gaalbernfestes am 27.08.2011 im Stiftsbezirk statt
Zuvor gab es um 14.30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst und im Anschluss daran eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung im Rathaus.

Wir dürfen nie vergessen, in welch wohlbestalltem Haus der Freiheit und Gerechtigkeit wir in Europa leben dürfen." Dies hob der Ehrenvorsitzende des Hünfelder Partnerschaftsvereins und Ehrenbürger von Landerneau, Pfarrer Eugen Kutzka, während eines feierlichen Gottesdienstes.

Gemeinsam mit seinen Amtsbrüdern, Pfarrer Prof. Dr. Chrystian Ziaja aus Proskau, Pater Superior Karl-Heinz Vogt OMI, dem katholischen Pfarrer Alfons Gerhardt und den evangelischen Pfarrern Stefan Remmert und Heinrich Schreiner zelebrierte er einen Dankgottesdienst, der durch das Vokalquartett mit Regionalkantor Christopher Löbens, Verena Hohmann, Susann Ries und Alexander Summa sowie Christian Seidler an der Orgel begleitet wurde.

Mit einem attraktiven Rahmenprogramm eröffnete dann um 16.00 die Stadtkapelle die feierliche Überreichung des Preises auf der Bühne im Stiftsbezirk.
Dazu waren die Delegationen der Partnerstädte zu Gast. Aus Landernaeu war die bretonische Tanz- und Musikgruppe Eskell/Bagad mit traditioneller Musik und Tänzen zu erleben.

Der Vorsitzendes des zuständigen Unterausschusses des Europarats, der Deutsche Bundestagsabgeordnete Axel Fischer, konnte diesen Preis gemeinsam mit dem Vizebürgermeister der Vorgängerstadt Kharkiv, Oleksandr Novak, an Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel überreichen.

Axel Fischer, der gemeinsam mit seinen Parlamentskollegen Darius Lipinski aus Polen, Bernard Marquet aus Monaco, Felix Müri aus der Schweiz und Joseph O'Reilly aus Irland sowie Iosif Vebiamin Blaga aus Rumänien nach Hünfeld gekommen war, betonte, dass dieser Preis ein großer Erfolg für Hünfeld, aber auch für die Werte, die diese Stadt vertrete, sei. 

Die tiefen freundschaftlichen Beziehungen, die sich seit 1968 durch die Städtepartnerschaft mit Landerneau entwickelt hätten, zeigten das europäische Engagement von Hünfeld. Die Jury habe aber auch den intensiven Austausch mit der polnischen Stadt Proskau gewürdigt, der seit 1997 gepflegt werde. Fischer ging auch auf die deutsch-deutschen Kontakte zu Steinberg und Geisa ein. Diese stünden im Zeichen der Öffnung und der verstärkten Zusammenarbeit mit den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Der zuständige Ausschuss habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, Hünfeld und die Partnerstadt Landerneau gemeinsam in diese besondere Ehrenliste aufzunehmen, in der schon Städte wie Bordeaux, Strasbourg, Turin, Palermo, Wien, Den Haag, Lausanne, Santiago di Compostella, Berlin, Bologna, Kaliningrad, Ankara und Nürnberg stünden. „Möge die Verleihung dieses Preises sowohl eine verdiente Belohnung für die geleistete Arbeit, als auch ein Anreiz dafür sein, dieses große Unternehmen zum Wohle von Hünfeld und ganz Europa fortzusetzen", betonte Fischer.


Der Vizebürgermeister von Kharkiv (Charkov) gratulierte den Hünfeldern, die zu Recht Gewinner dieser höchsten Auszeichnung des Europarates geworden seien.
Eingehend auf die über 40-jährige Partnerschaft mit Landerneau betonte Nowak, dass diese Kontinuität für seine Stadt auch ein Muster für internationale Tätigkeit und Zusammenarbeit sei. Eine solche Stabilität und nachhaltige Entwicklung verdiene großen Respekt.

Patrick Leclerc, dessen Stadt Landerneau gemeinsam mit Hünfeld diesjähriger Preisträger ist, ging darauf ein, dass es bislang sehr selten gewesen sei, dass zwei Städte gemeinsam diesen Preis erhalten hätten. Noch seltener sei es, dass nicht Metropolen, sondern kleinere Städte ausgezeichnet würden.

Hünfeld und Landerneau bewiesen jeden Tag, mit jedem Austausch und jeder Begegnung: Europa, dass seien sie selbst. Abschließend appellierte Leclerc an seinen Freund „Lieber Eberhard, meine Damen und Herren, lassen Sie uns diesen europäischen Geist an die künftigen Generationen junger Landerneer und Hünfelder weitergeben".

Zuvor hatte bereits Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel an die Gründerväter dieser Einigung und Freundschaft erinnert. Er nannte die Bürgermeister von Landerneau, Theophile le Borgne, Ferdinand Grall und Paul Jarry sowie seinen langjährigen Kollegen Jean-Pierre Thomin. Er erinnerte an die Verdienste der schon Verstorbenen, Otto Helmer, Hervé Creis und Josette Floch, deren Arbeit heute unter der Verantwortung von Geschäftsführer Arnold Grolmus und dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Kurt Schramm, in Hünfeld, Pierre Pouchous und Mathieu Collart in Landerneau fortgesetzt würde.

Wichtig sei es ihm, auch an die ehemaligen französischen Kriegsgefangenen des Lagers Hünfeld zu erinnern, die an der Wiege dieser Partnerschaft gestanden hätten. Diese Ehemaligen hätten auf einem Gedenkstein in Hünfeld das Wort von Karl Zuckmayer „Wenn es gestern unsere Pflicht war, Feinde zu sein, ist es heute unser Recht, Brüder zu werden" hinterlassen. Dieser Auftrag habe auch in Europa nicht an Bedeutung verloren. Worte des Dankes richtete er auch an seine Amtsvorgänger Wolfgang Strecke, der nicht nur die Partnerschaft mit Hünfeld begründet, sondern auch die Verbindung zu den ehemaligen Kriegsgefangenen besonders gefördert habe, sowie Bernhard Mihm, der diese Arbeit weitergetragen habe, sowie an Rigobert Guthmüller vom Partnerschaftsverein.

In Grußworten bescheinigte auch Proskaus Bürgermeisterin Roza Malik Hünfeld und Landerneau hervorragendes in Sachen europäische Integration geleistet zu haben. Ihr Amtskollege Günter Pührer aus der deutsch-deutschen Partnerstadt Steinberg würdigte den Einsatz der Menschen als die wirklich tragende Säule in einem funktionierenden Gebilde Europas.

Selbst 1200 Kilometer Entfernung stellten dabei kein wirkliches Hindernis dar. Zur Erinnerung an diesen großen Tag für Hünfeld überreichte er den Bürgermeistern von Landerneau und Hünfeld jeweils einen Vogelbeerbaum.
Der Bürgermeister von Geisa, Martin Henkel, war kurzfristig erkrankt, ließ den Hünfeldern aber eine schriftliche Grußbotschaft zukommen. Die Geisaer freuten sich mit Hünfeld und Landerneau über diese besondere Auszeichnung.

Auch der Oberbürgermeister von Groß Ankara in der Türkei, Melih Gökcek, richtete eine schriftliche Grußbotschaft an die vielen Ehrengäste der Verleihungsfeier und sprach von einem signifikanten Beitrag zur Stärkung des Gefühls einer europäischen Bürgerschaft. Der Stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und Leiter der Sektion Landerneau, Kurt Schramm, moderierte den Nachmittag in Deutsch, Englisch und Französisch und dankte der Tanzgruppe der Großenbacher Girlies, den Kindern der Johann-Adam-Förster-Schule und der Delegation der Landerneer Folkloregruppen Eskell und Bagad für ihre musikalischen und tänzerischen Beiträge.
Das Programm wurde mit der Europahymne durch die Stadtkapelle Hünfeld eröffnet und schloss wieder mit der Stadtkapelle und der französischen und deutschen Nationalhymne.

Zum geselligen Ausklang trafen sich die Ehrengäste, Mitglieder des Partnerschaftsvereins von Landerneau, Proskau und Steinberg, die Mitglieder des Europarates und viele andere Ehrengäste, darunter auch die früheren Hünfelder Bürgermeister Bernhard Mihm und Wolfgang Strecke im Alten Lokschuppen, wo die Gäste musikalisch durch das Jugendblasorchester der Dammersbacher Blaskapelle unterhalten wurden.
Um die Bewirtung kümmerten sich Schülerinnen und Schüler der Konrad-Zuse-Schule und Mitglieder des Partnerschaftsvereins, die den Gästen mit Tafelspitz und Wirsing typisch deutsche Küche von Elmar Zuspann servierten.
Der Partnerschaftsverein hatte den Raum liebevoll dekoriert. Spontan führten Eskell und Bagad die Internationalen Gäste in bretonische Volkstänze ein.

Die Verleihung des Preises an Landerneau findet am 15. Oktober 2011 in Landernau statt.

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